kraftschaum ::

kraftschaum

es spricht der Kapitaen

December 31st, 2007

Heute abend ist das Jahr 2007 vorbei, und es ist an der Zeit, innezuhalten und einen Blick in sich zu werf********* SCHNITT!

Meine Wuensche fuer 2008 an euch: Haut rein oder lasst es sein!

ALLES GUTE AUS GENUA FUER EUCH UND JETZT UND UEBERHAUPT

Zwischenstand

December 31st, 2007

Leider habe ich in letzter Zeit nicht so viel geschrieben, der Internet-Zugang hier ist nicht einfach, ich kann nur selten etwas hochladen.

Die Werftzeit ist auch eine Zeit des Stillstands fuer die Menschen hier, alles geht etwas vorsichtiger zu, und alle sind leicht genervt. Wenn wir wieder unterwegs sind, wird es wieder ausgelassener, da bin ich sicher.

Ich bin zur Zeit allein in meiner Kabine, und das begruesse ich, da ich an meinem Computer den Werftfilm schneide, und das kann ich nun in meinem Raum machen. Da ist es leiser als bei uns im Studio, und ich kann mich besser konzentrieren.

Fuer mich ist die Werftzeit angenehm, auch wenn ich gerne weiterreisen moechte, da dies ja Sinn und Zweck von allem hier ist.

gute Musik neulich in Genua

December 31st, 2007

Ich habe ein Rave Party hier in Genua besucht, das war ein sehr schoene Aktion! Das Publikum setzte sich zusammen aus Veganern, Pseudolinken, Aerzte- und Juristensohnemaennern und -tochterfrauen, Attac-Sympathisanten, dazu noch 5-10 streunende Hunde. Das alles spielte sich ausserhalb von Genua ab, ich bin mit dem Bus hingefahren, auf eigene Faust. Unter einer alten Bruecke in einer Lagerhalle spielte Musik wie Chemical Brothers und Prodigy, spaeter noch Jungle. Ich habe mal wieder gespuert, was mir Pop-Musik nicht geben kann, und werde in den naechsten Tagen nocheinmal darueber schreiben, etwas ausfuehrlicher. Hier ein Video-Clip:

[display_podcast]

nach einem Gespräch mit einer Kollegin…

December 14th, 2007

Die Manipulation ist allegegenwärtig und unumgänglich hier. Auf dem Schiff wird es mir deutlicher als an Land, aber die Gesetze sind gleich.

Die Menschen hängen in Ihren Rollen fest, und auch wenn sie sie umgehen wollen, und sich ihre Wunschrolle nehmen, spielen sie sie nicht frei.

Hier stellt sich öfter die Gelegenheit oder die Anforderung, in den Spiegel zu schauen, und der Blick fällt entweder schärfer und gnadenloser aus, oder er ist trüber.

Ich stelle fest, dass die Menschen ihrer Situation eine besondere Erwartungshaltung entgegenbringen, die nicht dem Alltag an Land entspricht. Der zweite Teil des vorangegangenen Satzes ist eine Behauptung, die rein spekulativ ist. Ich verlasse mich auf meine Intuition.

Weiterhin wird den noch existierenden Bezügen zur “Landsituation” (=Vergangenheit und Zukunft) ebenfalls viel Erwartung entgegengebracht, die gleichermaßen losgelöst scheint.

Ich selbst verbringe mehr Zeit damit als sonst, zu unterscheiden, was ich interpretiere und was ich wahrnehme.

Ich habe 2 Bier getrunken, es ist 02:14 Uhr, Freitag.

Nebenbei gibt es wieder neues Bildmaterial in der Gallerie.

Chaos

December 13th, 2007

Die Werftzeit ist schon chaotisch, und es ist heute anstrengend für mich. Wir haben heute unter dem Schiff drehen dürfen, aber ich hatte gar keinen Blick für das Besondere daran, ich glaube, meine Aufnahmen sind langweilig. Ich habe mal kurz drübergeschaut. Ich glaube zwar, dass das Material benutzbar ist, aber ich habe kein richtiges Gefühl dafür gerade jetzt, das macht mich etwas missmutig.

Ich sollte vielleicht einen anderen Ansatz entwickeln, wie ich über Bilder denke, aber das braucht Zeit und Erfahrung. Ich verwechsle manchmal die Bilder mit meiner Stimmung in dem Moment, so kommt es mir gerade vor, das Innen und das Aussen vermischen sich manchmal, quasi ein Verschaumungsprozess. Für Kinder ist das auch so, ich erinnere mich gerade an früher.

Ich bin dann heute abend vom Schiff runter und durch die Straßen zum Internet-Café, und mich haben die Bilder auf dem Weg hierher überfordert, ich kann manchmal nicht abschalten. Dann habe ich mit meiner kleinen Photo-Kamera Aufnahmen gemacht, die eigentlich ziemlich beliebig sind, aber ich gehe eine seltsame Verbindung mit ihnen ein, in dem Moment der Aufnahme. Es ist anstrengend.

Bin heute mal allein unterwegs, das brauche ich ab und zu. Die Welt auf dem Schiff ist schon sehr künstlich, und der Kontrast mit dem echten Leben ist fantastisch, aber man muss ihn auch erkennen können. Deswegen bin ich heute mehr in mir und nicht so kommunikativ, ich gehe den anderen aus dem Weg, denn ich würde ganz falsch eingeschätzt werden, und ich will mich nicht erklären, das ist irgendwie Energieverschwendung.

Ihr seid schnell, aber ich auch

December 11th, 2007

Habe ich doch schon 2 neue Kommentare erhalten, sehr schoen!

Ich bin in Genua unterwegs und schaue mir die Stadt an, habe etwas Musik dabei und bin nochmal in ein Internet-Cafe eingekehrt. Ich schaue mich nach Weihnachtsgeschenken fuer euch um, aber die Kauflust geht an mir total vorbei. Was wollt Ihr denn so?

Ich habe ein Schwimmbad ausfindig gemacht, ich versuche mal, morgen dorthin zu kommen, das ist 15 Minuten vom Hafen entfernt mit dem Bus.

Das Video, welches Ihr schon gesehen habt, ist total langweilig. Ich habe noch nicht viel eigenes Material zusammen, nur ein paar Party-Aufnahmen. Ich koennte ein paar Untertitel druntersetzen, dann waere es interessanter, faellt mir eben ein… Ich schaue mal, was ich machen kann.

Wir drehen an dem Werftvideo, aber sehr langsam, wir sind total faul momentan.

Ich bin immer noch im Aufnahme-Modus, mit Wiedergabe ist zur Zeit nicht so viel bei mir.

Abfahrt von Palma

December 11th, 2007

Genua

December 10th, 2007

Wir liegen im Trockendock, ein aussergewöhnlicher Zustand für Schiff und Besatzung. Aussen am Schiff werden Wartungsarbeiten ausgeführt, wie beispielsweise das Abstrahlen der Schiffsunterseite mit Sand, um Schmutz zu beseitigen.
In den Innenbereichen wird viel renoviert, neue Kacheln teilweise, neue Anstriche, neue Sitzbezüge, und wir bekommen auch im Lauf der nächsten Tage neue Uniformen.
Wir drehen einen kleinen Film über die Werftzeit, es gibt aber keine Vorgabe, und ich drehe eher nach Gefühl, was ich gerade interessant finde.
Viele Kollegen können ja ohne Gäste ihren normalen Job nicht ausführen, wie z.B. die Leute von der Bar oder die Fitness-Trainerinnen. Sie haben in der Werftzeit Sonderaufgaben, z.B. Wachdienste, oder Putzarbeiten in Ihren Bereichen.
Bei uns wird leider nichts an der Technik gemacht, obwohl einige Geräte ausser Funktion sind. Allerdings kann es sein, dass kurzfristig doch noch etwas passiert. Es geht leicht chaotisch zu.

Genua ist nachts sehr schön. Es gibt viele kleine, hübsch beleuchtete Gassen, die sich auf- und abwinden, es ist hügelig hier.

Ich schlafe konstant sehr gut an Bord, nur das Aufwachen ist immer etwas anders. Heute morgen war ich schwermütig, ohne bestimmten Grund. Ich brauche eine kleine Abwechslung, das würde gut tun. Gestern abend habe ich eine Eislaufbahn am Hafen entdeckt, die ich in den nächsten Tagen besuchen will. Sie hat einen übernatürlichen Charme, das gesamte Werftsgelände übrigens auch. Es sieht aus wie eine Mischung aus 80er-Jahre-Filme, wie Rocky oder Dirty Dancing. Das ist in Italien generell auffällig, finde ich. Hier ist vieles ein bisschen stehengeblieben, oft auf eine sympathische Weise.

Ich habe einen neuen Kabinen-Kameraden, Michael, ca. 35 Jahre, Bühnentechniker. Sein Vorgänger, Maurice, war eine ganze Ecke jünger als ich, und wir konnten uns nur über wenige Themen unterhalten, da wir aus anderen Welten sind. Eins dieser Themen war “Karate Tiger 3″, den er sich neulich abends angesehen hat, und den ich damals vor 18 Jahren auch ganz gut fand. Ich musste so lachen, obwohl ich nur 2 Minuten anwesend war, ich glaube, ich habe Maurice irritiert. Da musste ich noch mehr lachen.

Michael ist ein Ruhiger, der nicht so viel spricht. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich nicht so oft in der Kabine bin :-) .

Gestern abend bin ich mit Alejandro, dem musikalischen Leiter, durch Genua gezogen. Er ist aus Argentinien, das finde ich schon sehr sympathisch, denn ich mag viele Eigenheiten der Argentinier, besonders den Akzent. Er ist auch an einem oder mehreren Wendepunkten im Leben. Interessant sind Gespräche, die man darüber führen kann. Viele können das nicht oder haben vielleicht kein Lust dazu, empfinden es als anstrengend.

Am besten gefallen mir die Leute hier, die sich über Anstrengung keine Gedanken machen und bei sich selbst sind, aber wie im echten Leben gibt es das nicht so oft.

the message of the day

December 6th, 2007

Hier noch 2 Hinweise, die ich am Frankfurter Flughafen gesehen habe:

Ende der Reise

December 6th, 2007

Heute ist der letzte Aufenthalt in Barcelona, und morgen steigen die Gäste aus in Palma, dann sind wir erstmal auf dem Weg in die Werft nach Genua! Bin schon sehr gespannt auf diese Zeit, viele Crew-Mitglieder steigen ab, mal sehen, wer übrig bleibt.

Ich lade ein paar neue Bilder hoch im Anschluss.

Anfang dieser Reise habe ich schlechte Bilder gedreht, aus Unwissenheit über richtige Kameraeinstellungen, da habe ich noch einiges zu lernen. Aber die späteren Aufnahmen waren gut, und schon ging es auch im Schnitt viel schneller. Das macht schon Spaß, wenn die Arbeit funktioniert! In der Werft werden wir unsere Computer trockenlegen und entgräten, dann die neuen Filme für die Karibik konzeptionell vorbereiten und allgemeine Aufräumarbeiten machen.

Ich habe noch ein paar kleine Filme für mich gedreht, die ich dann mal schneiden will und vielleicht auch hier reinstellen werde, mal sehen :-) .