kraftschaum ::

kraftschaum

Über-Lebenszeichen

April 30th, 2008

… aus Kopenhagen. Wir sind am vorletzten Tag der J-Reise, und dann haben wir Zeit, Routine zu erhalten.

Es wird offensichtlich, dass mich momentan nur die Arbeit beschäftigt. Die letzten Tagen waren anstrengend, morgens um 8 Uhr Anfang und morgens um 1 Uhr Ende. Es fehlt mir das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Ich bin sicher, das wird besser, wenn wir ein Stück Routine aufgebaut haben, und gewisse andere Störfaktoren wegfallen, die momentan noch da sind, und die verhindern, dass ich mein eigenes Ding hier machen kann.

Insofern gilt es, sich auf die nächste Zeit zu freuen! Ich muss etwas mehr auf mich achten, ich bin gesundheitlich angeschlagen, und habe keine Kapazität, mich zu erholen. Das werde ich herstellen, in den nächsten 3 Wochen.

Ich habe einige Bedenken, wenn ich mir die Zeit nehme, in mich hineinzuhorchen. Ich befürchte, die besten Erfahrungen sind die, die man zum ersten mal macht, und möglicherweise verpasse ich solche gerade. Ich erkenne mich wieder bei dem Gedanken.

Ich bin verschlossener als bei der vorherigen Reise, es ist anders hier. Ich fühle mich eingeschränkter. Auch dies werde ich in den nächsten Wochen ändern, wenn ich meinen Fokus von der Arbeit runternehmen kann.

Ich vermisse S., ich bin leider nicht ganz bei mir. Ich träume viel :-)

Hier sind so viele Heuler um mich herum, die Leute sind frustriert. Beispielhaft: M., weil er mehr Dank und Anerkennung erwartet, als er bekommt, U., weil sein von ihm wohlbehütetes Leben viele Anpassungen erfordert in letzter Zeit, und das ist anstrengend. Wenn ich mir das Maß ansehe, muss ich grinsen! Er hat eine sehr angenehme Art, damit umzugehen, auch wenn ich es ihm manchmal nicht abnehme.

Es fehlen mir Leute, die positiv an alle Sachen rangehen, und sich nicht so unter Druck fühlen. Alle sind irgendwie zwanghaft hier, und versuchen, ihre eigene Position und Status immer extrem unter Kontrolle zu halten und das Gesicht zu wahren. Das Gesicht, dass sind all die guten Dinge, die die anderen denken sollen.

Dabei verliert man die Realität aus den Augen: Wir sind hier in einer geschlossenen Anstalt, das muss man deutlich sagen. Wir erzeugen Künstlichkeiten, die etwas schönes Ungesundes an sich haben, und die auch uns beeinflussen.

driften

April 10th, 2008

Wir wieder und noch in Emden, eine Stadt mit netten Einwohnern, etwas verschroben, doch sympathisch. Es tut sich nicht viel, wir haben unser Studio weitestgehend strukturiert, alles weitere kommt im Lauf der Zeit.

Ich habe heute eine Seefahrtsbuch vom Seemannsamt erhalten, ein echtes Erfolgserlebnis! Jetzt kann ich in Russland problemlos einreisen und auf Flügen ohne Aufpreis Übergepäck mitnehmen!

Heute photographierte ich einige Bilder, mir fällt auf, dass ich immer Werbung aufnehme, seltsam! Auf die “typischen” Bilder habe ich keine Lust, weil man nach einer gewissen Zeit vergessen hat, dass man sie gemacht hat, sie könnten auch von irgendjemand anderem sein.

Ich stelle ein paar in den nächsten Tagen hier rein.

Heute bin ich etwas schlapp von dem ganzen Prozedere, aber zufrieden!

2008-04-01a

April 1st, 2008